Inhalt

Amtswege vor und nach der Geburt eines Kindes

Was Sie in welcher Reihenfolge beantragen müssen und welche Unterlagen Sie dazu brauchen erfahren Sie im Folgenden:

Behördenwegweiser

Zuständiges Amt
Krankenkasse/Bezirksstelle

Erforderliche Unterlagen vor der Geburt

  • Unselbstständig Beschäftigte und freie Dienstnehmerinnen​:

    • ​Eine von Ihrer Dienstgeberin/Ihrem Dienstgeber ausgestellte "Arbeits- und Entgeltbestätigung für Wochengeld" (das Formular erhalten sie über die Website Ihrer Krankenkassa oder direkt bei Ihrer Krankenkassa in Papierform).

    • Eine ärztliche Bestätigung über Ihren voraussichtlichen Entbindungstermin (ein Vordruck ist im Regelfall der "Arbeits- und Entgeltbestätigung" angeschlossen).

    • Bei vorzeitigem Beschäftigungsverbot: Zeugnis der Amtsärztin/des Amtsarztes oder des Arbeitsinspektorates

    • Ihre Bankverbindung (Bankinstitut, IBAN und BIC)

  • Bezieherinnen von Arbeitslosengeld, Notstandshilfe oder Kinderbetreuungsgeld bzw. wenn Sie eine Selbstversicherung bei geringfügiger Beschäftigung abgeschlossen haben:

    • Arbeitslosengeld- oder Notstandshilfebezieherinnen müssen keinen Beleg über ihre Bezüge vorlegen, da die Krankenkassen Zugriff zu diesen Daten haben

    • Eine ärztliche Bestätigung über Ihren voraussichtlichen Entbindungstermin

    • Bei vorzeitigem Beschäftigungsverbot: Zeugnis der Amtsärztin/des Amtsarztes oder des Arbeitsinspektorates

    • Ihre Bankverbindung (Bankinstitut, IBAN und BIC)

  • Selbstständig Erwerbstätige oder Bäuerinnen:

    • Spätestens am Beginn des dritten Monats vor der voraussichtlichen Entbindung ist dem Versicherungsträger ein ärztliches Zeugnis über den voraussichtlichen Geburtstermin vorzulegen.

    • Nähere Informationen über den Anspruch auf Wochengeld oder Betriebshilfe erhalten Sie bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft oder der Sozialversicherungsanstalt der Bauern

Erforderliche Unterlagen nach der Geburt

  • Geburtsbestätigung des Kindes (bei Mehrlingsgeburten aller Kinder). Diese Bestätigung erhalten Sie am Standesamt.

  • Eine Aufenthaltsbestätigung jenes Krankenhauses, in dem Sie entbunden haben.

  • Gegebenenfalls eine Bestätigung des Krankenhauses über eine Kaiserschnittentbindung.

  • Eine Bestätigung der Hebamme, wenn Sie zu Hause mit Hilfe einer Hebamme entbunden haben.

Fristen
Die Anzeige der Geburt hat innerhalb einer Woche zu erfolgen. Falls die Entbindung in einer Krankenanstalt stattfindet, wird die Geburtsanzeige in der Regel vom Krankenhaus durchgeführt. Die für die Ausstellung der Geburtsurkunde notwendigen Unterlagen müssen Sie dem Standesamt vorlegen.

Zuständiges Amt
Das Standesamt, das für den Geburtsort des Kindes zuständig ist.   

Mitzubringende Unterlagen

Bei gemeinsamer Obsorge der Eltern

  • Amtlicher Lichtbildausweis

  • Geburtsurkunde der Eltern

  • Eventuell Heiratsurkunde der Eltern

  • Nachweis der Staatsangehörigkeit der Eltern

  • Meldebestätigung der Eltern (Hauptwohnsitz)
    (Kann auf Wunsch durch Abfrage der Behörde im Zentralen Melderegister ersetzt werden)

  • Eventuell Nachweis des Wohnsitzes im Ausland

  • Eventuell Nachweis akademischer Grade der Eltern

  • Erklärung über die Vornamensgebung (wenn Sie sich schon für einen Vornamen entschieden haben)

  • Formular "Anzeige der Geburt", wenn die Geburt nicht von der Leiterin/dem Leiter der Krankenanstalt, der Ärztin/dem Arzt oder der Hebamme angezeigt wurde

Bei alleiniger Obsorge der Mutter/des Vaters 

  • Amtlicher Lichtbildausweis

  • Geburtsurkunde der Mutter/des Vaters

  • Meldebestätigung der Mutter/des Vaters (Hauptwohnsitz)

  • Eventuell  Heiratsurkunde der letzten Ehe und Nachweis über die Auflösung der letzten Ehe oder Sterbeurkunde des Ehegatten

  • Eventuell Partnerschaftsurkunde der letzten Partnerschaft und Nachweis über Auflösung der letzten Partnerschaft oder Sterbeurkunde des eingetragenen Partners

  • Eventuell Nachweis über Vaterschaftsanerkennung

  • Staatsbürgerschaftsnachweis der Mutter/des Vaters

  • Eventuell Nachweis akademischer Grade der Mutter/des Vaters

  • Eventuell Bescheid über Namensänderung

Für nicht österreichische Staatsbürger werden zusätzlich zu den obigen Dokumenten ein Reisepass oder ein Staatsbürgerschaftsnachweis benötigt (nur in Kombination mit amtlichem Lichtbildausweis gültig). Alle fremdsprachigen Urkunden müssen im Original gemeinsam mit einer in Österreich beglaubigten Übersetzung vorgelegt werden.

Die Meldung bei der Sozialversicherung erfolgt automatisch im Zuge der Anzeige der Geburt, durch das zuständige Standesamt. Das Kind kann bei Mutter und Vater mitversichert werden und erhält eine eigene e-Card zugeschickt.

Hinweis:
Neben den eigenen Kindern können auch Pflege- und Adoptivkinder sowie Stief- und Enkelkinder, die mit dem/der Versicherten in einem gemeinsamen Haushalt leben, mitversichert werden.

Die Hauptwohnsitzanmeldung eines Neugeborenen sollte gleichzeitig mit der Anzeige der Geburt beim Standesamt erfolgen (Meldezettel-Formular ist auszufüllen). In diesem Fall sind keine zusätzlichen Unterlagen erforderlich.

Meldezettel-Formular erhältlich:

Anderenfalls muss die Anmeldung innerhalb von drei Tagen nach der Rückkehr aus der Geburtsstation bei der Meldebehörde, die für den Wohnsitz des Kindes zuständig ist, erfolgen.

Achtung: verspätete Hauptwohnsitzmeldungen können zu Anspruchsverlusten bei bestimmten Leistungen (z.B. Kinderbetreuungsgeld) führen.

Zuständiges Amt

  • Wien: Magistratisches Bezirksamt des Wohnbezirks

  • Bundesländer: Magistrat bzw. Gemeindeamt

Mitzubringende Unterlagen

  • Geburtsurkunde des Kindes

  • Meldezettel-Formular

  • Lichtbildausweis des/der Anmeldenden

  • Staatsbürgerschaftsnachweis der Eltern (bei nicht österreichischen Staatsbürgern)

Zuständiges Amt
Wohnsitzfinanzamt

Seit dem 1.Mai 2015 ist für Inlandsgeburten eine antragslose Gewährung der Familienbeihilfe möglich.

Das Ausfüllen eines Formulars ist nicht mehr notwendig, da das Finanzamt durch einen automationsunterstützten Datenaustausch von sich aus tätig wird.

Wenn alle erforderlichen Informationen vorliegen und die grundsätzlichen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind, wird die Familienbeihilfe automatisch ausgezahlt. Die Eltern erhalten diesbezüglich eine Mitteilung.

Fehlen Daten, (beispielsweise die Kontonummer des Kontos auf das die Familienbeihilfe überwiesen werden soll) erhalten die Eltern ein zielgerichtetes Informationsschreiben mit Rückfragen.

Mitzubringende Unterlagen bei Geburten im Ausland

  • Antragsformular

  • Geburtsurkunde des Kindes

  • Meldebestätigung des Kindes

  • Meldebestätigung beider Eltern, bei alleiniger Obsorge nur Meldebestätigung dieses Elternteils

  • Eventuell Heiratsurkunde

  • Nicht österreichische Staatsbürger zusätzlich: Nachweis über den rechtmäßigen Aufenthalt des antragstellenden Elternteils und des Kindes in Österreich (NAG-Karte für Drittstaatsangehörige, Anmeldebescheinigung für EU-Bürger

Wichtige Hinweise
Den vorrangigen Anspruch hat der Elternteil, der überwiegend den Haushalt führt.

Zuständiges Amt
In Angelegenheiten des Kinderbetreuungsgeldes sowie der Beihilfe zum Kinderbetreuungsgeld sind in folgender Reihenfolge zuständig:

  1. Jener Krankenversicherungsträger, der der Bezieherin von Kinderbetreuungsgeld Wochengeld oder Betriebshilfe leistet oder geleistet hat;

  2. Jener Krankenversicherungsträger, bei dem der Bezieher/die Bezieherin von Kinderbetreuungsgeld versichert ist oder zuletzt versichert war;

  3. Sonst jene Gebietskrankenkasse, bei der der Antrag auf Kinderbetreuungsgeld gestellt wird

Mitzubringende Unterlagen

  • Antragsformular

  • Geburtsurkunde

  • Nichtösterreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger
    zusätzlich: Nachweis über den rechtmäßigen Aufenthalt des antragstellenden Elternteils und des Kindes in Österreich (NAG-Karte - für Drittstaatsangehörige, Anmeldebescheinigung für EU Bürger)

  • Anerkannte Konventionsflüchtlinge zusätzlich: Bescheid über die Zuerkennung des Flüchtlingsstatus des antragstellenden Elternteils und des Kindes

  • Die Krankenkasse kann die Vorlage weiterer Unterlagen oder Nachweise (z.B. Mitteilung über den Anspruch auf Familienbeihilfe, Bestätigung der Hauptwohnsitzmeldung der Mutter und/oder des Vaters sowie des Kindes) fordern. Bitte erkundigen sie sich diesbezüglich vor der Antragsstellung bei der zuständigen Krankenkasse.

Wichtiger Hinweis:

Bei Mehrlingsgeburten erhält der beziehende Elternteil das Kinderbetreuungsgeld für das jüngste Mehrlingskind in der Höhe der gewählten Auszahlungsvariante, für andere Mehrlingskinder einen Zuschlag in Höhe von 50 %  monatlich (gilt nur für beim Pauschalsystem).

Der Antrag auf Kinderbetreuungsgeld kann auch elektronisch über FINANZonline oder mit der Bürgerkarte auf meine SV übermittelt werden.

Für erwerbstätige Väter, die sich unmittelbar nach der Geburt des Kindes intensiv und ausschließlich der Familie widmen und ihre Erwerbstätigkeit (im Einvernehmen mit dem/der Arbeitgeber/in) unterbrechen, ist ein "Familienzeitbonus" vorgesehen.

Zuständiges Amt

Krankenkasse/Bezirksstelle

Antragstellung

Ein Anspruch auf den Familienzeitbonus besteht  für alle Kinder, die seit 1. März 2017 geboren werden. Der Antrag ist mit der Anlage 1 zum Antragsformular bei der Krankenkasse innerhalb von 91 Tagen ab der Geburt zu stellen.

Während des Bezuges des Familienzeitbonus besteht eine Kranken- und Pensionsversicherung.

Der Familienzeitbonus in Höhe von 22,60 Euro pro Tag (insgesamt rund 700 Euro) wird während einer Familienzeit (= Unterbrechung der Erwerbstätigkeit für 28 bis 31 Tage) gewährt und wird auf einen eventuellen späteren Kinderbetreuungsgeldbezug des Vaters angerechnet.

Nähere Informationen zum Familienzeitbonus finden Sie hier.

Zuständiges Amt
Krankenversicherungsträger

Mitzubringende Unterlagen
Ärztliche Bestätigung über die Untersuchungen (im Mutter-Kind-Pass)

Wichtige Hinweise
Der Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld in voller Höhe besteht nur dann, wenn 5 Untersuchungen der werdenden Mutter und die ersten 5 Untersuchungen des Kindes durchgeführt werden.

Der Nachweis der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen hat in zwei Schritten rechtzeitig zu erfolgen:

Der Nachweis der fünf Schwangerschaftsuntersuchungen und der ersten Kindes-Untersuchung hat gleich bei der Antragstellung zu erfolgen (in Kopie), die restlichen Untersuchungen sind bis zum 15. Lebensmonat des Kindes nachzuweisen.

Wird nur eine Untersuchung nicht rechtzeitig nachgewiesen, erfolgt grundsätzlich eine Reduktion des Kinderbetreuungsgeldes um 1.300 Euro pro Elternteil (dh beim anderen Elternteil dann, sofern dieser Kinderbetreuungsgeld bezieht).

Bei Mehrlingskindern sind Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen für jedes Kind extra nachzuweisen.

Ausführliche Hinweise zu den Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz.

Zuständiges Amt

Wien

Bundesländer
Magistrat bzw. Gemeindeamt

Mitzubringende Unterlagen

Bei gemeinsamer Obsorge der Eltern

  • Geburtsurkunde des Kindes

  • Meldebestätigung des Kindes

  • Lichtbildausweis des antragstellenden Elternteils

  • Eventuell Heiratsurkunde der Eltern oder Partnerschaftsurkunde

  • Staatsbürgerschaftsnachweis des Elternteils, der die österr. Staatsbürgerschaft besitzt

Bei alleiniger Obsorge der Mutter/des Vaters

  • Geburtsurkunde des Kindes

  • Meldebestätigung des Kindes

  • Geburtsurkunde der Mutter/des Vaters

  • Lichtbildausweis der Mutter/des Vaters

  • Staatsbürgerschaftsnachweis der Mutter/des Vaters

  • Eventuell Scheidungsurkunde

Wichtige Hinweise

Die österreichische Staatsbürgerschaft kann durch Abstammung oder Verleihung erworben werden. Ein Kind dessen Eltern verheiratet sind, erwirbt die österreichische Staatsbürgerschaft ab dem Zeitpunkt der Geburt, auch wenn nur ein Elternteil österreichischer Staatsbürger ist.

Nähere Informationen zum Erwerb der Staatsbürgerschaft durch Abstammung finden Sie hier.

Seit dem 15. Juni 2012 benötigen Kinder für Auslandsreisen einen eigenen Reisepass oder - sofern es nach den Einreisebestimmungen des Gastlandes zulässig ist - einen Personalausweis. Eine Miteintragung in den Reisepass der Eltern gilt seit diesem Zeitpunkt nicht mehr.
Der Antrag muss von der gesetzlichen Vertreterin oder dem gesetzlichen Vertreter gestellt werden.
Bei der Antragstellung muss das Kind zur Passbehörde anwesend sein, damit die Identität eindeutig festgestellt werden kann.
Ab dem 12. Geburtstag werden im Zuge der Beantragung eines Reisepasses Fingerabdrücke elektronisch erfasst und auf dem Chip gespeichert (seit 15. Juni 2009 Reisepässe mit Chip).

Zuständiges Amt
In Wien das Magistratische Bezirksamt.
In den Bundesländern die Bezirkshauptmannschaften bzw. in Leoben und Schwechat die Gemeinde, in Städten das Magistrat.
Einige Gemeinden übernehmen Passanträge und leiten sie an die zuständige Passbehörde weiter.

Mitzubringende Unterlagen

  • amtlicher Lichtbildausweis des Antragstellers oder der Antragstellerin (in der Regel Vater oder Mutter)

  • Geburtsurkunde des Kindes

  • Staatsbürgerschaftsnachweis des Kindes

  • ein Passbild vom Kind (Hochformat ca. 35 x 45 mm) nach bestimmten Passbildkriterien

  • Nachweis der Vertretungsbefugnis:

    • Heiratsurkunde des Antragstellers/der Antragstellerin oder

    • Beschluss des Gerichtes  über die alleinige oder beidseitige Obsorge mit Rechtskraftbestätigung oder

    • Nachweis über die vom Gericht genehmigte Vereinbarung über eine alleinige oder beidseitige Obsorge mit Rechtskraftbestätigung oder

    • Dokument über die Bestimmung der gemeinsamen Obsorge vor dem Standesamt

    • Entscheidung einer ausländischen Behörde über die Obsorge oder

    • schriftliche Zustimmung des allein mit Obsorge betrauten Elternteils

    • ledige Mütter sind ex lege - ohne Beschluss oder Vereinbarung über die Obsorge - allein mit der Obsorge betraut und benötigen daher keinen Nachweis über die Obsorge

Hinweis:
Im Einzelfall können von der Passbehörde weitere Dokumente verlangt werden – vor allem dann, wenn sie Zweifel an der Korrektheit der Daten hat (z.B. Schreibweisen).

Gültigkeitsdauern von Reisepässen für Minderjährige

  • bis 2. Geburtstag:   2 Jahre

  • ab 2. Geburtstag:    5 Jahre

  • ab 12. Geburtstag:  10 Jahre

Kosten

  • Bis zur Vollendung des 2. Lebensjahres:
    • Normale Zustellung: gebührenfrei
    • Expresszustellung: 45 Euro
  • Ab dem 2. Geburtstag des Kindes:
    • Normale Zustellung: 30 Euro
    • Expresszustellung: 45 Euro
  • Ab dem 12. Geburtstag des Kindes:
    • Normale Zustellung: 75,90 Euro
    • Expresszustellung: 100 Euro