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Sustainable Development Goals

Die AGENDA 2030 für nachhaltige Entwicklung- SDG’s

Die Mitgliedsstaaten der UNO haben am 25. September 2015 bei einem hochrangigen Gipfeltreffen die Resolution "Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung" verabschiedet. 

Grafik der Sustainable Goals

Sustainable Development Goals

Diese Resolution ist ein Aktionsplan, der sich aus 17 nachhaltigen Entwicklungszielen samt 169 Unterzielen zusammensetzt- den sogenannten „Sustainable Development Goals“ oder kurz: SDGs. Alle Mitgliedstaaten, darunter auch Österreich, haben sich  zu deren Umsetzung und Berichtslegung verpflichtet.  Basierend darauf sind, durch den Ministerratsbeschluss vom 12. Jänner 2016, alle Bundesministerien mit der kohärenten Umsetzung der "Agenda 2030" beauftragt worden. Die Sustainable Development Goals sind das Nachfolgerprojekt der Millenniums-Entwicklungsziele und ihre Erarbeitung wurde 2012 durch die Rio+20 Konferenz über nachhaltige Entwicklung in Auftrag gegeben.

Das bedeutende Novum dieser 17 Ziele samt ihren 169 Unterzielen ist, dass erstmals die unterschiedlichen Themenfelder der nachhaltigen Entwicklung, also Soziales, Umwelt, Wirtschaft und Sicherheit, als ineinandergreifende Einheit verstanden werden, deren globale Auswirkungen auf unsere nachfolgenden Generationen vehementen Einfluss nehmen. Die SDG’s gelten weltweit und sollen in allen Ländern Nachhaltigkeit durch ihre Umsetzung gewährleisten. Die Millenniums-Entwicklungsziele galten hingegen hauptsächlich für die Entwicklungsländer.

Die Sektion Familien und Jugend versteht die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung als globalen Orientierungsrahmen zur kontinuierlichen Optimierung der nationalen Familien- und Jugendpolitik. Kinder und Jugendliche unsere Zukunft sind, folglich sind Ihre Identifikation mit der Agenda 2030 und ihre politische Teilhabe zentral für die Erreichung der Entwicklungsziele. Die Kompetenzbereiche Jugend und Familie bilden Querschnittsmaterien, die nicht nur einem einzigen Entwicklungsziel zugeordnet werden können. Vielmehr hat die Sektion Familien und Jugend mittels Mainstreaming und internen Evaluierungsprozessen seine Zuständigkeit in acht der siebzehn Zielen wiedergefunden, die in der folgenden Tabelle gemeinsam mit den dazugehörigen Maßnahmen abgebildet sind:

SDG Target Maßnahmen im Bereich Familien und Jugend
1. Armut in jeder Form und überall beenden 1.1 Bis 2030 die extreme Armut - gegenwärtig definiert als der Anteil der Menschen, die mit weniger als 1,25 Dollar pro Tag auskommen müssen - für alle Menschen überall auf der Welt beseitigen Kinderbetreuungsgeld
  1.3 Den nationalen Gegebenheiten entsprechende Sozialschutzsysteme und -maßnahmen für alle umsetzen, einschließlich eines Basisschutzes, und bis 2030 eine breite Versorgung der Armen und Schwachen erreichen Kinderbetreuungsgeld, Familienbeihilfe
3. Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern 3.4 Bis 2030 die Frühsterblichkeit aufgrund von nichtübertragbaren Krankheiten durch Prävention und Behandlung um ein Drittel senken und die psychische Gesundheit und das Wohlergehen fördern Beteiligung an Kinder- und Jugendgesundheitsstrategie, Netzwerk gesundheitskompetente Jugendarbeit, Sextalks 2.0, Workshopreihe #me zu Körperbewußtsein und digitale Medien, Beratungsstelle Extremismus, Nationales Komitee „No Hate Speech“, Bundesstelle für Sektenfragen
4. Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern 4.2 Bis 2030 sicherstellen, dass alle Mädchen und Jungen Zugang zu hochwertiger frühkindlicher Erziehung, Betreuung und Vorschulbildung erhalten, damit sie auf die Grundschule vorbereitet sind - verpflichtender Kindergartenbesuch im letzten Jahr vor der Schulpflicht
- halbtägig kostenloser oder ermäßigter Kindergartenbesuch im vorletzten Jahr vor der Schulpflicht
- verpflichtende Beratungsgespräche für Eltern, deren Kinder 2 Jahre vor der Schulpflicht keinen Kindergarten besuchen, um die Betreuungsquote zu erhöhen
  4.4 Bis 2030 die Zahl der Jugendlichen und Erwachsenen wesentlich erhöhen, die über die entsprechenden Qualifikationen einschließlich fachlicher und beruflicher Qualifikationen für eine Beschäftigung, eine menschenwürdige Arbeit und Unternehmertum verfügen Mitwirkung bei „AusBildung bis 18“, WIK:I – Was ich kann durch informelles Lernen, Jobtalks 2.0, Checklisten für Qualitätspraktika, Broschüre Ferien- und Nebenjobs, „Eure Projekte“; aufZAQ
  4.7 Bis 2030 sicherstellen, dass alle Lernenden die notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung erwerben, unter anderem durch Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Lebensweisen, Menschenrechte, Geschlechtergleichstellung, eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit, Weltbürgerschaft und die Wertschätzung kultureller Vielfalt und des Beitrags der Kultur zu nachhaltiger Entwicklung ERASMUS+ Jugend in Aktion, Beratungsstelle Extremismus, Kompetenzrahmen für die Kinder- und Jugendarbeit, Nationales Komitee „No Hate Speech“
5. Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen 5.2 Alle Formen von Gewalt gegen alle Frauen und Mädchen im öffentlichen und im privaten Bereich einschließlich des Menschenhandels und sexueller und anderer Formen der Ausbeutung beseitigen Gewaltschutz für Mädchen durch Kinder- und Jugendhilfeangebote,
  5.4 Unbezahlte Pflege- und Hausarbeit durch die Bereitstellung öffentlicher Dienstleistungen und Infrastrukturen, Sozialschutzmaßnahmen und die Förderung geteilter Verantwortung innerhalb des Haushalts und der Familie entsprechend den nationalen Gegebenheiten anerkennen und wertschätzen Kinderbetreuungsgeld
  5.5 Die volle und wirksame Teilhabe von Frauen und ihre Chancengleichheit bei der Übernahme von Führungsrollen auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung im politischen, wirtschaftlichen und öffentlichen Leben sicherstellen Audit „berufundfamilie“, Ausbau der Kinderbetreuung
10. Ungleichheit innerhalb von und zwischen Staaten verringern 10.2 Bis 2030 alle Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht, Behinderung, Rasse, Ethnizität, Herkunft, Religion oder wirtschaftlichem oder sonstigem Status zu Selbstbestimmung befähigen und ihre soziale, wirtschaftliche und politische Inklusion fördern

ERASMUS+ Jugend in Aktion, , Strukturierter Dialog, Bundes-Jugendförderungsgesetz (B-JFG)

16. Friedliche und inklusive Gesellschaften im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und effektive, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen 16.2 Missbrauch und Ausbeutung von Kindern, den Kinderhandel, Folter und alle Formen von Gewalt gegen Kinder beenden Gewaltschutz durch Kinder- und Jugendhilfeangebote
  16.7 Dafür sorgen, dass die Entscheidungsfindung auf allen Ebenen bedarfsorientiert, inklusiv, partizipatorisch und repräsentativ ist Österreichische Jugendstrategie, Strukturierter Dialog,
  16.b Nichtdiskriminierende Rechtsvorschriften und Politiken zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung fördern und durchsetzen Nationales Komitee „No Hate Speech“

Die Effektivität der einzelnen Tätigkeiten, die den Fortschritt der nachhaltigen Entwicklung fördern und vorantreiben, soll anhand eines Indikatorensets gemessen werden. Diese Indikatoren wurden auf globaler Ebene von der Inter-Agency and Expert Group on SDG Indicators (IAEG-SDGs) entwickelt und von der Statistik Austria auf die nationale Ebene umgelegt.

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