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Frauen in wirtschaftlichen Führungspositionen

Die Entwicklungen in der Privatwirtschaft werden regelmäßig erhoben: für die börsennotierten ATX-Unternehmen 2 Mal jährlich von der Europäischen Kommission, für die 200 umsatzstärksten Unternehmen Österreichs 1 Mal jährlich von der Arbeiterkammer. Zu den staatsnahen Unternehmen veröffentlichen das Bundeskanzleramt und das Bundesministerium Digitalisierung und Wirtschaft (BMDW) einen jährlichen Fortschrittsbericht. Die aktuellen Berichte finden Sie unter "weiterführende Links" und "Downloads".

Der im Februar 2018 veröffentlichte Bericht der Arbeiterkammer Frauen.Management.Report 2018 zeigt als umfassendste Erhebung für die österreichischen Unternehmen erneut, dass ohne verbindliche Zielvorgaben nur langsame Fortschritte zu verzeichnen sind. 18,5 Prozent der Aufsichtsratsmandate in den umsatzstärksten 200 Unternehmen sind von Frauen besetzt, um 8,1 Prozentpunkte mehr als 2007. In den Geschäftsführungen sind 8,4 Prozent  Frauen vertreten, und damit um lediglich 3,4 Prozentpunkte mehr als vor 10 Jahren.

Bereits 2011 hat sich die Bundesregierung zur Erreichung eines Zielwerts für Aufsichtsräte in staatsnahen Unternehmen selbstverpflichtet.

Im Juni 2017 wurde vom Nationalrat das Gleichstellungsgesetz von Frauen und Männern im Aufsichtsrat (GFMA-G) beschlossen, das seit 1. Jänner 2018 für Aufsichtsräte von börsenotierten Unternehmen sowie von Unternehmen mit mehr als 1 000 Beschäftigten einen Mindestanteil von 30 Prozent für Frauen und Männer vorsieht.

Zudem  gilt für die Unternehmen im privaten Sektor weiterhin der Corporate Governance Codex. Dieser bestimmt, dass börsennotierte Unternehmen einen Bericht über die gesetzten Maßnahmen zur Frauenförderung legen müssen. Bei der Besetzung von Aufsichtsräten muss gemäß Aktiengesetz Diversität berücksichtigt werden.

Selbstverpflichtung der staatsnahen Unternehmen

Die österreichische Bundesregierung verpflichtete sich per Ministerratsbeschluss vom 15. März 2011 dazu, den Frauenanteil in Aufsichtsgremien der Unternehmen, an denen der Bund mit 50 Prozent oder mehr beteiligt ist, bis 31. Dezember 2013 auf 25 Prozent zu erhöhen. Bis 31. Dezember 2018 soll die Beteiligung der Frauen auf 35 Prozent angehoben werden. Insgesamt sind das 54 Unternehmen im Jahr 2017.

Gemäß dem Fortschrittsbericht vom März 2018 (Berichtszeitraum: 1. Jänner 2017 bis 31.Dezemter 2017) betrug der Bundes-Frauenanteil in den Aufsichtsräten im Durchschnitt 46,7 Prozent: 135 der 289 vom Bund entsandten Aufsichtsratsmitglieder sind Frauen. Alle 54 Unternehmen erfüllten damit die bis Ende 2013 zu erreichende Quote von 25 Prozent. Insgesamt 37 Unternehmen erfüllten bereits 2017 die für 2018 vorgesehene 35-Prozent-Bundes-Frauenquote – oder liegen sogar darüber – und in 32 Unternehmen waren Frauen bereits zu 50 Prozent oder mehr vertreten.

Women are top! To the top by innovative corporate cultures

Das von der Europäischen Kommission kofinanzierte Projekt "Women are TOP! To the top by innovative corporate cultures" wurde von September 2013 bis April 2015 in Kooperation mit dem Institut für Gender und Diversität in Organisationen der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) und der Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt (FORBA) durchgeführt.

Ziel war es dabei Maßnahmen im Bereich der Aufsichtsräte und wirtschaftlicher Führungs- und Managementpositionen zu entwickeln, die zu geschlechtergerechten Organisationskulturen führen sollen.

Dazu wurden mehr als 50 vorbildhafte Maßnahmen österreichischer Unternehmen und Betriebe gesammelt, die als Inspiration für geschlechtergerechte Unternehmenskulturen dienen können. Außerdem wurde eine Online-Simulation zur Aufsichtsratsnominierung entwickelt, die als Trainings- und Reflexionstool zur Verfügung steht.

Die Ergebnisse und Erfahrungen aus den Teilprojekten wurden auch nach Projektabschluss weiter genutzt und veröffentlicht. Überblick über Folgeveranstaltungen und -publikationen
Auf www.frauenfuehren.at sind die Ergebnisse des Projekts – die gesammelten Gleichstellungsmaßnahmen der Unternehmen sowie die Online-Simulation zur Aufsichtsratsnominierung – verfügbar.

(24.07.2018)

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