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Archivierte Gutachten des Anti-Sexismus-Beirats

Ausgewählte Gutachten des Anti-Sexismus-Beirates sowie Entscheidungen des Werberates dazu aus den Jahren 2014 und 2015

Stellungnahme zur Gratis-Postkarte "Frauen an die Macht"

Werbesujet

Ein Vierzeiler auf der Postkarte fordert: „Frauen an die Macht“ – „Macht: sauber. Macht: Essen. Macht: mich glücklich.“

Beschwerde

Diese Aufforderungen transportieren plumpe Genderklischees, wodurch Frauen abwertend dargestellt werden.

Weiteres Vorgehen 

Der Werberat pflichtete der Aufforderung des Anti-Sexismus-Beirates auf, den sofortigen Stopp der Postkarten zu verfügen. Das Unternehmen befolgte dies unverzüglich.

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Stellungnahme zur Werbung eines Sportwettunternehmens

Der Spot zeigt eine Eiskunstläuferin, die ein Eishockeyspieler brutal vom Eis rempelt.

Beschwerde

Die Werbung verharmlost und billigt einerseits Gewalt an Frauen, andererseits verstärkt es Stereotype des Femi-Bildes und des Maskulinismus.

Weiteres Vorgehen

Das Unternehmen hat nach der Kontaktaufnahme durch den Österreichischen Werberat sofort das Sujet zurückgezogen und zugesichert dieses auch in Zukunft nicht mehr zu verwenden.

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Stellungnahme zur Werbung der sogenannten "Bordellbusse"

Werbesujet

Auf in der Stadt Wien abgestellten Bussen wird das Prostitutionsangebot eines ungarischen Unternehmens beworben. Darauf sind in Reizwäsche gekleidete Frauen in aufreizend erotisierenden Posen zu sehen.

Beschwerde

In den Abbildungen der „Bordellbusse“ werden die Frauen so sehr als Objekte männlich-heterosexueller Lustbefriedigung inszeniert, dass dies auf eine unangemessene Darstellung der weiblichen – und implizit auch der männlichen –Sexualität hinausläuft. Die mit der Werbung propagierte Klischierung reduziert Frauen auf käufliche, abrufbare sexuelle Gespielinnen – "Termin Pornbabes", wie es im Unternehmensnamen heißt – und schafft damit ein Frauenbild, das schon als abstraktes Statement die Autonomie und Würde von Frauen und Männern beeinträchtigt.

Weiteres Vorgehen

Die ExpertInnen des Anti-Sexismus-Beirates empfahlen dem Werberat, den sofortigen Stopp zu verfügen.

Das Verfahren wird abgeschlossen, da trotz Nachfrage bei der/dem Beschwerdeführer/in die erforderlichen Unterlagen zur Beurteilung des Falls nicht erfolgten.

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Stellungnahme zur Werbung von Bar xxx

Werbesujet

In dem Plakat der Bar xxx bewerben zwei mit Reizwäsche bekleidete Frauen, die um eine Pole-Stange gruppiert sind, das Lokal mit dem Slogan „knisternde Erotik bei Go-Go, Striptease und Livemusik“.

Beschwerde

Selbst bei der relativ zurückhaltenden Gestaltung der Werbung (es kommen keine expliziten Gestaltungselemente vor, die die Würde der Frauen verletzen) ergibt sich der Eindruck, dass Frauen Objekte männlicher heterosexueller Lustbefriedigung sind.

Unzulässig ist aber das Plakat in unmittelbarer Nähe von Schulen und Kindergärten aufzuhängen, was einen Verstoß gegen das Konfrontationsverbot des Ethikkodex darstellt.

Weiteres Vorgehen

Der Österreichische Werberat sprach im Falle des beanstandeten Plakats des Unternehmens Bar xxx die Aufforderung aus, in Zukunft bei der Gestaltung von Werbemaßnahmen oder einzelner Sujets sensibler vorzugehen.

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Stellungnahme zur Werbung eines Malerbetriebs

Werbesujet

Die Werbung betrifft zwei Fotos, die auf einem Fahrzeug des Malerbetriebs xxx angebracht sind.

Das erste Foto zeigt den Malermeister, der den nackten Oberkörper der Frau mit weißer Farbe bewirft.

Auf dem zweiten Foto befindet sich eine fast nackte, lasziv blickende Frau auf deren Körper die farbigen Streifen eines Holzzebras fortgeführt werden.

Beschwerde

Die beanstandete Werbung gestaltet das Bild der Frau im Sinne einer einseitigen Sexualisierung; es arbeitet mit einer unzulässigen Verfremdung und entwürdigenden Versachlichung. Damit verstößt es gegen Art. d. des ÖWR-Selbstbeschränkungskodex.

Weiteres Vorgehen

Der Österreichische Werberat befolgte die Empfehlung des Anti-Sexismus-Beirates, die Aufforderung zum sofortigen Stopp der Kampagne bzw. sofortigen Sujetwechsel auszusprechen.

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Stellungnahme zur Werbung eines Sportunternehmens

Werbesujet 

Die Werbeeinschaltung (Werbung in Printmedium) zeigt einen Mann und eine Frau; bis auf Schischuhe sind beide nackt. Den Schambereich verdeckt ein schräg gestellter gelber Balken mit der Aufschrift „YOU CAN LEAVE YOUR BOOTS ON“. Rund um die beiden Figuren sind Schischuhmodelle abgebildet. 

Beschwerde

Der Werbung mit den bis auf die Schischuhe nackten Körpern fehlt ein sachlicher Inhaltsbezug zum beworbenen Produkt. Die Personen werden, als Blickfang eingesetzt, einseitig und abwertend als Objekte des Sexualbegehrens dargestellt.

Weiteres Vorgehen 

Der Österreichische Werberat sprach im Falle des beanstandeten Printsujets „You can leave your boots on, die Aufforderung in Zukunft bei der Gestaltung von Werbemaßnahmen oder einzelner Sujets sensibler vorzugehen aus.

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Stellungnahme zur Werbung auf einem Fahrzeug einer Entsorgungsfirma

Werbesujet

Der Entsorgungsfachbetrieb xxx zeigt auf einem seiner Einsatzfahrzeuge folgende Werbeaufschrift: "PARKT SCHLECHTER ALS FRAUEN, PUTZT ABER BESSER".

Beschwerde

Mit dem Slogan wird ein gravierend rechtswidriges Verhalten gesetzt, denn sowohl das Bundes-Gleichbehandlungsgesetz (B-GIBG), als das Gleichbehandlungsgesetz (GIBG) erfassen auch die "Geschlechtsbezogene Belästigung", an die sich rechtliche Sanktionen knüpfen. Außerdem bedient der Slogan empörende Geschlechterklischees.

Weiteres Vorgehen

Der Werberat pflichtete der Empfehlung des Anti-Sexismus-Beirates bei, im Falle der beanstandeten Werbemaßnahme des Unternehmens xxx-Entsorgung, die Aufforderung zum sofortigen Stopp der Kampagne bzw. sofortigen Sujetwechsel auszusprechen.

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Stellungnahme zur Werbung einer Druckerei

Werbesujet

Die beanstandete Werbung für ein Druckunternehmen zeigt eine sehr schlanke Frau in knappem Bikini und hochhackigen Schuhen von hinten. Am oberen Bildrand wird als Leistung angepriesen: "Wir drucken scharf!"

Beschwerde

Diese "klassische" Blickfangwerbung stellt eine Frau "in rein sexualisierter Form als Blickfang dar", wobei ein inhaltlicher Zusammenhang zum beworbenen Produkt nicht existiert.

Weiteres Vorgehen

Der Österreichische Werberat befolgte die Empfehlung des Anti-Sexismus-Beirates, die Aufforderung zum sofortigen Stopp der Kampagne bzw. sofortigen Sujetwechsel auszusprechen.

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