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Evaluierung des verpflichtenden kostenlosen Kindergartenjahres 2008 - 2017

Kurzbericht über die Entwicklung des Kindertagesheimbesuchs 4- und 5-jähriger Kinder in den Jahren 2008 - 2017

Österreichweit ist die Betreuungsquote von 96,3 Prozent im Jahr 2008 auf 98,3 Prozent im Jahr 2010 gestiegen, dann auf 97,2 Prozent im Jahr 2013 etwas zurückgegangen und 2017 wieder auf 98,8 Prozent gestiegen.

Die Betreuungsquote ist zwischen 2008 bis 2017 in fast allen Bundesländern angestiegen. Die größten Zuwächse werden, bedingt durch die Einführung der Kindergartenbesuchspflicht in diesem Jahr, zumeist 2010 verzeichnet, während es bei einigen Bundesländern in den Folgejahren  einen geringfügigen Rückgang der Betreuungsquote gab.

Der Anteil der Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache konnte österreichweit von 22,6 Prozent auf 30,7 Prozent gesteigert werden, jedoch weist Wien - bedingt durch den generell höheren Migrantenanteil in Großstädten - mit 63,5 Prozent im Jahr 2017 den größten Anteil an 5-jährigen in Kindertagesheimen mit nicht-deutscher Umgangssprache auf.

Die Anzahl der Ausnahmebewilligungen vom verpflichtenden Kindergartenbesuch ist gestiegen (von 368 auf 437), wobei wieder der Großteil (90,8 Prozent) auf die Begründung "häusliche Erziehung" entfällt. In 31 Fällen (7,1 Prozent) wurde die Ausnahme aufgrund einer Behinderung des Kindes oder aus medizinischen Gründen  erteilt. Es wurden drei Ausnahmen aufgrund eines besonderen sonderpädagogischen Förderbedarfs genehmigt.

Ein starkerAnstieg ist bei der Anzahl der Verwaltungsstrafverfahren wegen Verletzung der Kindergartenpflicht (434 im Vergleich zu 260 im letzten Jahr) zu sehen, wobei wiederum die meisten Verfahren (85,3 Prozent) in Wien durchgeführt wurden.

Ähnlich wie bei den Fünfjährigen entwickelte sich in den letzten Jahren auch die Anzahl der 4-jährigen Kinder in den Kindertagesheimen. die Betreuungsquote der Vierjährigen ist von 92,2 Prozent im Jahr 2008 auf 96,1 Prozent im Jahr 2017 gestiegen.

Der Anstieg bei den vierjährigen Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache ist von österreichweit 22,8 Prozent im Jahr 2008 auf 30,2 Prozent im Jahr 2017 gestiegen. Auch in dieser Altersklasse weist Wien den mit Abstand größten Anteil (63, 5 Prozent) an 4-Jährigen in Kindertagesheimen mit nicht-deutscher Umgangssprache auf.