Inhalt

Ausbau der elementaren Kinderbildung und -betreuung

Durch die Bildung und Betreuung in elementarpädagogischen Einrichtungen wird der Grundstein für den Erfolg in der weiteren Bildungs- und Berufslaufbahn gelegt.

Die empirische Bildungsforschung und -ökonomie zeigen klar auf, dass die ersten Bildungsjahre eines Kindes entscheidend für den weiteren Bildungsverlauf sind und erfolgreiche Modelle in der Elementarstufe auch volkswirtschaftlich die größten Effekte bewirken. Daher ist es wesentlich, dass elementarpädagogische Einrichtungen bewusster als erste Bildungseinrichtungen gesehen werden und diese Rolle auch stärker wahrnehmen.

Um dieses Ziel zu erreichen, soll unter Berücksichtigung finanzieller Rahmenbedingungen und Zuständigkeiten von Ländern und Gemeinden die pädagogische und strukturelle Qualität elementarer Bildungsangebote verbessert und damit eine bestmögliche Vorbereitung für die weitere Bildungs- und Berufslaufbahn ermöglicht werden.

Die bisherigen drei Bund-Länder-Vereinbarungen wurden zu einer Vereinbarung gemäß Artikel 15a B-VG über die Elementarpädagogik in den Kindergartenjahren 2018/19 bis 2021/22 zusammengelegt. Die Vereinbarung ist rückwirkend mit 1.9.2018 in Kraft getreten. So entstehen keine Finanzierungslücken zu den auslaufenden Vereinbarungen.

Der Bund stellt im Kindergartenjahr 2018/19 125 Mio. Euro und in den Kindergartenjahren 2019/20 bis 2021/22 jeweils 142,5 Mio. Euro an Zweckzuschüssen zur Verfügung. Der geringere Betrag im ersten Jahr ergibt sich, da die Vereinbarung zum Ausbau des elementaren Kinderbildungs- und betreuungsangebots erst mit Ende des Jahres 2018 ausgelaufen ist und eine Doppelförderung vermieden werden sollte.

Weiterhin werden 70 Mio. Euro für den beitragsfreien Pflichtkindergarten bereitgestellt, den die Länder nicht kofinanzieren müssen. Für den Ausbau der elementaren Kinderbildungs- und -betreuungsangebots sind mind. 47 Mio. Euro jährlich und für die frühe sprachliche Förderung sind mind. 18 Mio. Euro vorgesehen.

Der Kofinanzierungsanteil der Länder  wurde - mit Ausnahme der Mittel in der Höhe von 70 Mio. Euro für die Besuchspflicht - auf 52,5 % und damit auf rund 38 Mio. Euro angehoben.

Folgende wesentliche Maßnahmen werden ergriffen:

  •  Fokussierung auf den Ausbau des Kinderbildungs- und -betreuungsangebots für unter Dreijährige.
  • Flexibilisierung und Erweiterung der Öffnungszeiten in elementaren Einrichtungen
  • Impulse zur Verbesserung der Rahmenbedingungen und des Betreuungsschlüssels
  • Tageseltern als Alternative und Ergänzung zu elementaren Bildungseinrichtungen stärken
  • Weiterführung des beitragsfreien halbtägigen Pflichtkindergartens für Fünfjährige
  • Intensivierung und qualitative Weiterentwicklung im Bereich der Sprachförderung
  • Einführung eines Kopftuchverbots für Kinder in elementaren Einrichtungen
  • Verbindliche Vermittlung von grundlegenden Werten der österreichischen Gesellschaft um die gemeinsamen Grundlagen in elementarpädagogischen Einrichtungen zu stärken
  • Verbesserte Qualifikation der Fachkräfte und des Sprachförderpersonals
  • Klare Definition der Zielsetzungen von Bildung und Betreuung
  • Weiterentwicklung und Fokus auf den Übergang Kindergarten - Schule
  • Verstärkte Kontrolle und koordinierte Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern 

Kontakt

Abteilung Kinder- und Jugendhilfe