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Kindererziehungszeiten

Die Neuregelungen, die sich durch die Pensionsharmonisierungsreform ergeben, sind sehr komplex. Vor allem ist zu unterscheiden, ob Eltern ihre Berufslaufbahn (und damit ihre Pflichtversicherung) zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes schon begonnen haben oder nicht.

Für jene Mütter bzw. Väter, die ab 1.1.2005 erstmalig in das Arbeitsleben eingetreten sind, ist der Bezug von Kinderbetreuungsgeld für die Anerkennung der Kindererziehungszeiten für die Pensionsversicherung grundsätzlich nicht mehr relevant.

Für Zeiträume der Kindererziehung ab 1.1.2005 besteht für die ersten vier Jahre ab der Geburt des Kindes (bei Mehrlingsgeburten für die ersten fünf Jahre ab der Geburt) eine Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung. Wird in diesen vier bzw. fünf Jahren ein weiteres Kind geboren, so werden die sich überlappenden Zeiträume nur ein Mal gezählt. Durch diese Pflichtversicherung werden Beitragszeiten erworben.

Für jene Mütter bzw. Väter, die vor dem 1.1.2005 erstmalig in das Arbeitsleben eingetreten sind und das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, gelten Übergangsbestimmungen.

Für die Anrechnung der Kindererziehungszeiten nach "Altrecht" gilt: Die ersten 48 Kalendermonate (60 Kalendermonate bei Mehrlingen) nach der Geburt eines Kindes sind im "Altrecht" als Ersatzmonate zu qualifizieren. Für Kindererziehungszeiten ab 2002 gilt, dass 24 Kalendermonate des Bezuges von Kinderbetreuungsgeld (gezählt ab der Geburt) als Beitragszeiten in der Pensionsversicherung gewertet werden . Die restlichen 24 Monate (bei Mehrlingsgeburten 36 Monate) gelten als Ersatzzeit. Wird in diesen vier bzw. fünf Jahren ein weiteres Kind geboren, so werden die sich überlappenden Zeiträume nur ein Mal gezählt.

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Die Beitragsgrundlage und damit auch die Bemessungsgrundlage für die Pension beträgt im Jahr 2018 Euro 1.828,22 monatlich und wird jährlich angepasst.

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Die Anspruchsvoraussetzungen für eine Alterspension wurden in erster Linie für Kindererziehende, die am 1.1.2005 unter 50 Jahre alt waren, entscheidend erleichtert: Mit der neuen Wartezeitvariante genügt bei einer Versicherungszeit von 15 Versicherungsjahren eine Erwerbstätigkeit in der Dauer von sieben Jahren; diese Erwerbstätigkeit muss ab 1.1.2005 vorliegen (dieser Erwerbstätigkeit gleichgestellt sind Zeiten der Selbstversicherung für die Pflege eines behinderten Kindes, Zeiten einer Weiterversicherung für die Pflege eines nahen Angehörigen ab Pflegestufe drei und Zeiten der Familienhospizkarenz - all diese Zeiten vor und nach dem 1.1.2005). Die restlichen acht Jahre können durch die Anrechnung von Kindererziehungszeiten erworben werden. (Diese Kindererziehungszeiten könnten auch vor dem 1.1.2005 liegen.)

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Die Kindererziehungszeit kommt jenem Elternteil zugute, der das Kind überwiegend erzogen hat. Anspruch für ein und dasselbe Kind besteht in den jeweiligen Zeiträumen nur für die Person, die das Kind tatsächlich und überwiegend erzogen hat.

Für den Elternteil,

  1. der im maßgeblichen Zeitraum Kinderbetreuungsgeld, Karenzgeld, Sondernotstandshilfe oder eine Leistung nach dem Betriebshilfegesetz bezogen hat, oder
  2. der im maßgeblichen Zeitraum nicht der Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung unterlag, während der andere Elternteil in der Pensionsversicherung pflichtversichert war,

besteht die Vermutung, dass er das Kind tatsächlich und überwiegend erzogen hat. Hinsichtlich der zu 2. genannten Personen kann der Elternteil, der im maßgeblichen Zeitraum der Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung unterlegen ist, diese Vermutung widerlegen.

Waren beide Elternteile in der Pensionsversicherung pflichtversichert oder lag bei keinem der Elternteile eine Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung bzw. ein Kinderbetreuungsgeldbezug oder Karenzgeldbezug vor, besteht die Vermutung, dass die weibliche Versicherte das Kind tatsächlich und überwiegend erzogen hat. Der männliche Versicherte kann diese Vermutung widerlegen.

Die Widerlegung der Vermutung ist bis spätestens zu dem Zeitpunkt zulässig, zu dem der Pensionsantrag eines der beiden Elternteile bescheidmäßig erledigt ist.

Informationen zur Pensionsversicherung erhalten Sie beim Sozialministerium.

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Abteilung V/3

Kinderbetreuungsgeld